Ausgewählte Arbeiten Barbara Kastner

Dokumentations- und Informationsmaterial Barbara Kastner

Beteiligt als Dramaturgin beteiligt am Theater Blaue Maus, München:

Der Untergang der Titanic von Hans Magnus Enzensberger (Regie: Jochen Strodthoff), Premiere: 6.2.2019

Herbst der Untertanen von Nino Haratischwili (Regie: Robert Spitz), Premiere: 12.10.2018

Wer Hunger hat soll Vögel gucken (DE) von E. L. Karhu (Regie: Robert Spitz), Premiere: 9. Februar 2018

Blut an der Tapete (Regie: Klaudia Schmidt), Premiere: 3. Mai 2017

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Als Dramaturgin/Kuratorin beteiligt am Theater der Keller, Köln:

Unterwerfung (Regie: Heinz Simon Keller): Premiere 8. September 2017

Katzelmacher (Regie: Nils Daniel Finck): Premiere 12. Oktober 2017

Zeit der Kannibalen (Regie: Heinz Simon Keller): Premiere 24. November 2017

Clockwork Orange (Regie: Charlotte Sprenger): Premiere 18. Januar 2018

Der Mann mit den Messern (Regie: Sandra Reitmayer): Premiere 16. März 2018

UND

Tanzperfomance-Reihe 24meterhoch3

In Koproduktion mit ZAIK

Zu einer zeitgenössischen Ausrichtung in den darstellenden Künsten gehört die Tanzperformance. Auch im Theater der Keller. - Geht nicht? Raum zu klein?
Mit der neuen Reihe 24meterhoch3 – Tanz im Keller bietet das Theater der Keller in Kooperation mit dem ZAIK dem zeitgenössischen Tanz aus Köln Raum und Plattform: Im Kontext des Spielzeitmottos Angst als Chance befassen sich fünf Tänzerinnen in fünf Kurzresidenzen mit einem Thema oder Projekt ihrer Wahl – anschließend wird das Ergebnis präsentiert. Inhaltlich und ästhetisch steht die Auseinandersetzung mit dem begrenzten Bühnenraum (24 Quadratmeter) und unserer heutigen Lebenswelt im Vordergrund.

Termine:

Bibiana Jimenez: I am Farkhunda 05. November 2017

Reut Shemesh: Wildwood Flowers 01. Dezember 2017

Theresa Hupp/Gwendolin Lamping 02. Februar 2018

Douglas Bateman: For the love of it 01. Juni 2018

Sandra Reitmayer/Katharina Sim 29. Juni 2018

siehe www.theater-der-keller.de

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Barbara Kastner war beteiligt (Kuration, Förderanträge, Dramaturgie) u.a. an folgenden Projekten am Ballhaus Naunynstraße (Berlin)

Der Besuch von Hakan Savas Mican, Regie: Hakan Savas Mican (2008)

Die Schwäne vom Schlachthof von Hakan Savas Mican, Regie: Hakan Savas Mican (2009)

Der kleine Bruder des Ruderers von Kossi Efoui, Regie: Simone Dede Ayivi (2010)

Kahvehane Reloaded. Turkish Delight – German Fright (Site-Specific-Projekt in türkischen Kaffeehäusern, 2011)

Co-Kuration und Antragstellung für Diyalog Theaterfest 2011

Beteiligt u.a. an dem Festival Beyond Belonging III: Almancı! (2009)

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“heX-heX” - Die Henot Verschwörung - 3. Teil der XX Trilogie

Premiere: 30. April 2018

Trailer: https://vimeo.com/270397828

Platz hinter der Dominikanerkirche St. AndreasWestseite

Open Air - Andreaskloster 1, 50667 Köln

heX-heX- Die Henot Verschwörung ist eine unheimliche Tanztheater-Performance ein getanztes, obskures Spiel um Macht, gesellschaftliche Dekadenz und Verurteilung. Katharina Henot, Geschäftsfrau und Tochter des kaiserlichen Postmeisters zu Köln kämpfte mit allen Mitteln darum, das Unternehmen ihres Vaters übernehmen zu dürfen: Dies störte jedoch die Geschäftsinteressen des Adelsgeschlechts der Taxis‘, die das Postwesen in Europa dominierten und sich durch die Henots in ihrer Macht bedroht fühlten. Um das Postwesen und damit ihre Lebensgrundlage nicht zu verlieren, verheimlichten Katharina und ihr Bruder über ein Jahr den Tod des Vaters.

Ungewöhnliche Frauen, die die bestehende Ordnung hinterfragten und sich wehrten, waren im 17. Jahrhundert die klassischen Opfer der Hexenverfolgung. Katharina Henot ist bis heute das bekannteste Opfer in Köln. Die erfolgreiche und einflussreiche Unternehmerin wurde beneidet und verleumdet, eingesperrt und gefoltert, dann erwürgt und auf dem Kölner Melaten-Friedhof verbrannt. Und wer sind die heutigen Hexen? Wie erobern Frauen eine Machtposition der männlich dominierten Wirtschaftswelt? Wie werden sie heute von der Gesellschaft verurteilt?

In der XX-Trilogie begibt sich die Choreografin Bibiana Jiménez auf die Suche nach der weiblichen Seite Kölns in Politik, Religion und Wirtschaft. Agrippina (XX Fortuna - 2016), Ursula (Kölsche Mädche - 2017), Katharina (heX-heX - 2018): Drei Kölner Geschichten, drei starke Frauen, die deutliche Spuren in Geschichte und Gesellschaft der Stadt Köln hinterlassen haben.

Konzept & Choreographie Bibiana Jiménez, Tanz Geraldine Rosteius, Sara Blasco, Lisa Feudenthal, Schauspiel Johanna May, Musik Carl Ludwig Hübsch, Dramaturgie Barbara Kastner, Ausstattung Bibiana Jiménez, Graphik Herand Müller-Scholtes,

mechtildtellmann kulturmanagement, Assistenz Arthur Schopa

Gefördert durch: Stadt Köln und Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

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Rosa – Trotz alledem

Stückentwicklung von Panse/Kastner Productions

Vor 100 Jahren zerstörte der Erste Weltkrieg Europa, die Russische Revolution stand kurz bevor – und Rosa Luxemburg kämpfte für eine friedliche, gerechtere Welt. Als außerordentlich klarsichtige Analytikerin gesellschaftlicher Verhältnisse führte sie den Menschen die gravierende Kluft zwischen Arm und Reich vor Augen, sprach von „Kriegswirtschaft“ im Interesse des Kapitals, von „Meinungsmanipulation“. Ihr Ziel war eine antikapitalistische und freie Gesellschaft. Ihr Name ist bekannt, doch wofür stand sie? Ihr Nachlass lässt ihr politisches Wirken, ihre flammenden Reden lebendig werden, aber auch ihre Situation als Frau und ihre stillen, privaten Momente, in denen sie erschöpft vom politischen Kampf innehielt: Ihre Liebe zur Ornithologie, zur Literatur, ihre Liebesbeziehungen und Freundschaften.

Rosa – Trotz alledem ist eine künstlerische Positionsbestimmung des eigenen Handelns, ergründet die Herrschaftsverhältnisse unserer Zeit und stellt mit Rosa Luxemburg die Frage nach Alternativen.

Berlin-Premiere: Freitag, 30. Juni 2017 um 20 Uhr, Theater unterm Dach, Berlin

Gastspiele: BLMK Cottbus, Kulturgut Metzelthin, Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz Berlin, WUK Halle, UZ Pressefest Dortmund, Schöneiche bei Berlin

Text und Regie: Anja Panse

Ausstattung: Kathrin Krumbein

Dramaturgie und Produktionsleitung: Barbara Kastner

Puppenbau: Rodrigo Umseher, Ludwig Pauli

Mit: Susanne Jansen

Lutz Wessel

Arne van Dorsten

und Musikerin: Annegret Enderle

Kooperation mit: Theater unterm Dach Berlin, Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus, Uckermärkisches Nationaltheater - Kulturgut Metzelthin, gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Medienpartnerschaft junge Welt und Melodie&Rhythmus

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Käfig aus Wasser (UA)

von Kuro Tanino

deutsch von Andreas Regelsberger

Am 11. März 2011 bebt im nordöstlichen Japan die Erde, Gebäude stürzen ein, Menschen kommen zu Tode. Noch zerstörerischer ist der tsunami, die 40 Meter hohe Welle, die auch das Reaktorunglück auslöste. Dieses Ereignis war Anstoß für weltweite Proteste gegen Atomkraft – und für vielfältige Verschwörungstheorien aus den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen, darunter Intellektuelle und Wissenschaftler. In Käfig aus Wasser versucht einer dieser hochintelligenten Akademiker mobil zu machen gegen die Atomlobby und fühlt sich berufen, „die Wahrheit“ über Fukushima via Internet weltweit zu verbreiten: Er ist auf der Flucht aus einer komplexen Realität.

Dem Ereignis „Fukushima“ nähert sich Kuro Tanino nicht aus politischer und medialer Sicht, sondern aus der Sicht des Psychiaters: Der paranoide Mensch steht im Mittelpunkt, der versucht, aus der hermetischen Abgeschlossenheit seiner kleinen Welt die undurchsichtige große Welt zu erklären und zu verändern – bis hin zur Verleugnung der eigenen Identität.

Ein japanischer Autor und Regisseur schreibt das Stück speziell für das Theater Krefeld und Mönchengladbach – und ein deutscher Bühnenbildner entwirft dazu seine Idee von einem japanischen Raum. Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den zwei Industrienationen Japan und Deutschland werden erforscht, Vorstellung und Wirklichkeit von japanischer und deutscher Kultur gegeneinander verschoben.

Kuro Tanino ist seit über zehn Jahren Regisseur der Theatergruppe Niwa gekidan Penino (Der Garten Penino) in Tokio. In seinen Inszenierungen schafft Tanino beeindruckende surrealistische Bilderwelten, bunt, komisch und märchenhaft, aber auch bedrückende Illusionen und schräge Wunschbilder, wie sie aus der menschlichen Psyche aufsteigen. Zwei Mal war er für den renommierten japanischen Kishida-Drama-Preis nominiert. Seine Stücke waren bei zahlreichen internationalen Festivals zu sehen, u. a. in Taiwan, den USA, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich (Wiener Festwochen) und Deutschland (Theater der Welt, Theaterformen).

Inszenierung: Kuro Tanino

Bühne und Kostüme: Caspar Pichner

Dramaturgie: Barbara Kastner

mit: Christopher Wintgens

Premiere: 26.3.2015, Fabrik Heeder, Krefeld

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Ein Gedächtnis für das Vergessen

im Rahmen der Reihe Außereuropäisches Theater

nach dem Roman von Machmud Darwisch (1941–2008)

Dramatisierung: Maya Zbib/Omar Abi Azar

Deutsch von Kristina Stock

Machmud Darwisch beschreibt in Ein Gedächtnis für das Vergessen einen Tag im August 1982 während der israelischen Belagerung von Beirut. Schon der Beginn des Tages gestaltet sich schwierig für den Erzähler: Wegen des Bombenangriffs ist es zu gefährlich, die Küche der Wohnung zu betreten. Doch was ist ein Morgen ohne eine duftende Tasse Kaffee?

Berührend und poetisch verbindet Machmud Darwisch, der als herausragendster Dichter des palästinensischen Volkes gilt, alltägliche Geschehnisse mit Gedanken zur Situation im Mittleren Osten. Zeitlebens setzte Darwisch sich für ein friedliches Zusammenleben von Israelis und Palästinensern ein, gleichzeitig war er ein scharfer Kritiker der israelischen Politik und der palästinensischen Führung.

Thema der Reihe Außereuropäisches Theater ist diesmal die Reflexion von Auseinandersetzungen im arabischen Raum. Die Regisseurin und Schauspielerin Maya Zbib ist Mitglied des Beiruter Theaterkollektivs Zoukak. Neben Inszenierungen wie Hamletmaschine (2009) von Heiner Müller und Silk Thread (2012), das sich mit Gewalt und Geschlechterbildern im arabischen Märchen auseinandersetzt, gibt sie unter anderem Theaterworkshops für Menschen im Libanon, die direkt oder indirekt vom Krieg betroffen sind.

Premiere:

Fabrik Heeder Krefeld am 21. September 2013

Inszenierung: Maya Zbib

Bühne und Kostüme: Lydia Merkel

Dramaturgie: Barbara Kastner

Mit: Daniel Minetti, Eva Spott, Bruno Winzen

Kuration bei Diskurs Dramaturgie

im Rahmen des Symposiums des Festivals Odyssee: Heimatam Schauspielhaus Bremerhaven

(4. bis 12. Juni 2011)

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Heimat ist wo ich schlafen kann – Multilokalität und Mobilität

Mit Vassillis Tsianos und KünstlerInnen vom Festival. Moderation: Barbara Kastner

Mobilität ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Denn auf der einen Seite werden enorme Mittel aufgewendet, um die Infrastrukturen für globale Arbeitsverhältnisse und Tourismusströme zu schaffen. Auf der anderen Seite wird alles getan, um Migration und Flucht in die reichen Länder Europas und Nordamerikas zu verhindern. Während die einen an unterschiedlichen Orten leben und arbeiten, versuchen die anderen, ihre ursprüngliche Heimat zu verlassen, um die Chance auf ein besseres Leben zu ergreifen oder überhaupt zu überleben. In diesem Zusammenhang ist Mobilität ein schwer umkämpftes Feld der Politik.

Auch für Künstler ist Mobilität ein wichtiges Thema. Die Internationale Tanz- und Theaterszene lebt von der Multilokalität ihrer Akteure, man kooperiert projektbezogen international. Deswegen ist diese Kunstsparte von allen politischen Entscheidungen in diesem Bereich betroffen.

Vassillis Tsianos ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Instutut für Soziologie an der Universität Hamburg. Er ist Projektkoordinator des Forschungsschwerpunktes „Border crossings“ im EU-Projekt “MIG@NET transnational digital networks. migration and gender“. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Transnationale Migration und Border Studies, Prekarisierung, Biopolitik. Vassilis Tsianos ist aktiv in der euromayday-Bewegung der Prekären und Mitglied von MigMap sowie des Netzwerks kritische Migrations- und Grenzregimeforschung.